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Software frisst ihre Kinder
20 October 2026

Software frisst ihre Kinder

Nerdfunk von Radio Stadtfilter

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Früher brauchte es Programmierkenntnisse, Durchhaltewillen, Frustrationstoleranz und genügend Nerdtum, um sich in den Quellcode zu verbeissen und eine Anwendung zu entwickeln. Heute reicht (im Idealfall) ein locker-flockiges Gespräch mit Claude. Wenn die künstliche Intelligenz die Hauptarbeit erledigt, nennt sich das auch Vibe-Coding.

Die Folge ist eine Flut von neuen Apps in den Stores und unzählige frisch gebackene Anbieterinnen und Anbieter, die ein Publikum für ihre Softwareprodukte suchen – denn die lassen sich nicht KI-generieren. Es sieht so aus, als würde eine goldene Ära für uns Anwenderinnen und Anwender anbrechen: Dank KI wächst die Auswahl, während die Preise sinken. Ein eindrückliches Beispiel für diese Entwicklung sind die Craft-Apps: Kopien der Anwendungen aus Microsoft Office und der Creative Suite von Adobe: kostenlose Alternativen zu Word, Excel, Powerpoint und Photoshop.

Oder ist das alles nicht so toll? Rollt hier eine Welle von schlecht gewarteten, unsicheren und kurzlebigen Programmen heran? Und überhaupt, was heisst das längerfristig? Ist es nicht naheliegend, die Stores gleich links liegen zu lassen und sich Software exakt nach den eigenen Wünschen selbst designen zu lassen? Auch dieses Szenario der «Personal Software» steht bereits im Raum.