
Woher kommt eigentlich der Fußball? Und wie wurde er zu dieser superkapitalistischen Entertainment-Maschine, die er heute ist? Der Germanist Klaus Zeyringer hat mir die Kulturgeschichte des Fußballs erklärt. Ein Gespräch für alle Fans und Kritiker:innen des Sports.
🙆 Klaus Zeyringer war Professor für Germanistik in Westfrankreich. Er schrieb für den Standard, ist Autor mehrerer Bücher und bekennender Fußballfan und -analyst.
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Einübung ins Schweben von Dževad Karahasan, https://amzn.to/3QYSWaj
Tausend und ein Morgen von Ilija Trojanow, https://amzn.to/44adKin
Was nehme ich mir mit?
Fußball hat nicht nur eine schöne Geschichte. Neben Spiel, Spaß und Gemeinschaft ist der Fußball auch ein Instrument, um Arbeiter ruhig und fit zu halten. Viele autoritäre Politiker wussten den Fußball für sich zu nutzen, wie ewa Mussolini oder Pinochet. Und: Auf dem Fußballfeld werden auch alte Männerbilder zelebriert. Bis heute etwa ist Homo- oder Bi-Sexualität im Herren-Fußball kaum ein Thema. Spielermänner sind quasi inexistent.
Trotzdem ist Fußball etwas Verbindendes. Jetzt gerade läuft ja die Herren-WM in den USA, Mexiko und Kanada und ich finde es wunderschön, dass Fans und Spieler aus so vielen verschiedenen Ländern friedlich gegeneinander im Wettbewerb stehen. Klaus schaut wenige Spiele, ich bin Pragmatiker und genieße den Sport trotzdem. Und ich finde Fußball auch wunderbar nutzlos. Es bläst einem beim Spielen und Schauen den Kopf durch.
Die Wertigkeit des Fußballs. Das fand ich schon einen spannenden Punkt von Klaus: Wenn man sich anschaut, was ein Fußballstar verdient und was eine Bundeskanzlerin oder eine Person, die in der Pflege arbeitet, sagt das schon etwas über unsere Gesellschaft. Ich finde ja auch, dass zeigt sich an dem, wer berühmt ist und von allen verehrt wird. Sind dass die Menschen, die viel Macht haben, Geld oder die beste Leistung bringen, oder sind es Leute, die sich für andere engagieren, die Stimme erheben oder einfach herzallerlieb sind.
Weiterführender Link:
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